BEST-PRACTICE-PROJEKTE FÜR MENSCHEN AUS BENACHTEILIGTEN GRUPPEN

Im letzten Unterkapitel stellen wir Projekte und Ansätze für Personengruppen vor, die aus unterschiedlichen Gründen benachteiligt sind. Hierzu gehören Menschen mit psychischen Erkrankungen, ehemalige Strafgefangene, Rehabilitand*Innen, Drogenabhängige, Obdachlose oder Menschen mit Lernschwierigkeiten. Darüber hinaus möchten wir ein Projekt für demenzkranke Menschen vorstellen. Auch wenn diese Zielgruppe für gewöhnlich nicht mit dem Attribut „benachteiligte Lernende“ belegt wird, ist es unserer Meinung nach wichtig, hochwertige pädagogische Angebote für die wachsende Zahl an demenzkranken Personen bereit zu stellen. Abgesehen davon finden wir den hier vorgestellten Projektansatz schlichtweg hervorragend. Wie die anderen Projekte ist auch dieses auf andere Zielgruppen übertragbar. Besonders charakteristisch für die im Folgenden vorgestellten Projekte sind der große Bezug zur Lebenswelt der jeweiligen Zielgruppen, der hohe Grad an Abstimmung auf individuelle Bedürfnisse und die Art der jeweils bereitgestellten Unterstützung, die immer auf gesellschaftliche Integration und den Anschluss an Weiterbildung abzielt.

De Waterheuvel

GEMEINSAMES LERNEN UND ARBEITEN FÜR REHABILITAND*INNEN MIT DEM CLUBHAUS-MODELL, NIEDERLANDE

HINTERGRUND

De Waterheuvel folgt dem Modell des „Clubhouse“ – Clubhauses (einem evidenzbasierten Ansatz, der in den USA im SAMSAH-Register evidenzbasierter Praktiken geführt wird). Gelegentlich wird dieses Modell auch nach dem ersten existierenden Clubhaus, dem „Fountain House“ in New York, benannt. Die Anfänge des Modells gehen zurück ins Jahr 1948. Eine Gruppe von Menschen schloss sich unmittelbar nach ihrer Entlassung aus stationärer psychiatrischer Behandlung zu einer Selbsthilfegruppe zusammen. Von einer reichen und engagierten Lady erhielten sie ein Gebäude und schufen darin das „Fountain House Clubhouse“. Später kamen Betreuer*Innen hinzu und eine Organisationsstruktur wurde geschaffen. Die Mitglieder sind bis heute in der Vorstandschaft vertreten.

ZIELE UND ZIELGRUPPE

De Waterheuvel ist ein Clubhaus in Amsterdam, das Menschen mit psychischen Problemen als Begegnungsstätte und sicherer Zufluchtsort dient. Hier besteht die Möglichkeit, anderen Menschen zu begegnen, Freundschaften zu schließen und sinnstiftenden Beschäftigungen nachzugehen. Wird man Mitglied im Clubhaus, geht man ihm gegenüber auch Verpflichtungen ein. Ausgangspunkt ist ein starkes Vertrauen in die gesunden Persönlichkeitsteile und Fähigkeiten jedes Mitglieds und darin, dass alle Menschen in der Lage sind, produktiven Beschäftigungen nachzugehen. Die überraschende Wirkung des Clubhausmodells ist, dass sich hier ein explizit nicht-therapeutischer Ansatz therapeutisch auswirkt. Das gesteigerte Selbstvertrauen der Mitglieder des Clubhauses ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass diese konsequent als gleichberechtigte Personen und nicht als Patient*Innen behandelt werden.

Ein Aspekt der Philosophie des Clubhauses ist, dass wertvolle Beziehungen zu anderen die Rückgewinnung von Selbstvertrauen und Selbstachtung begünstigen. In De Waterheuvel bieten sich unzählige Gelegenheiten, Beziehungen zu anderen Mitgliedern oder den Betreuer*Innen aufzubauen, beispielsweise bei der gemeinsamen Arbeit, beim in informellem Rahmen stattfindenden Mittagessen oder bei Gemeinschafts- oder Bildungsaktivitäten.

METHODE/ANSATZ

Das Clubhausmodell ist ein ganzheitliches und dynamisches Modell der Förderung von Menschen mit schweren chronischen psychischen Erkrankungen. Alle Mitglieder des Clubhauses werden täglich willkommen geheißen; man braucht, erwartet und sieht sie als wesentlichen Teil einer Gemeinschaft, in der es wichtige Arbeit zu verrichten gibt. Eine Kernkomponente des Programms ist der „durch die Arbeit bestimmte Tag“, die Struktur, um die herum alle täglichen Aktivitäten organisiert werden. Der tägliche Betrieb des Clubhauses liegt in der Verantwortung der Mitglieder und Betreuer*Innen, die in einer rehabilitativen Umgebung zusammenarbeiten. Weitere Bestandteile sind: befristete betreute und selbständige Arbeitsverhältnisse, in deren Rahmen die Mitglieder sich im Umfeld der Einrichtung Jobs zu ortsüblichen Löhnen sichern können; Zugang zur Gemeindeberatungsstelle, die Hilfestellung bei Fragen bezüglich Wohnung und gesundheitlicher Versorgung gibt; Unterstützung beim Beantragen von Bildungsmitteln; Besuche, um den Kontakt zu allen aktiven Mitgliedern zu halten; Beteiligung bei Entscheidungen bezüglich des Programms und an der Projektleitung; Abend-, Wochenendund Feiertagsprogramm. Die am Clubhaus Teilnehmenden werden mit dem Begriff „Mitglieder“ und nicht als „Patient*Innen“ oder „Kund*Innen“ bezeichnet, und bei allen Aktivitäten geht es schwerpunktmäßig um vorhandene Stärken und Fähigkeiten und nicht um das jeweilige Krankheitsbild. Der Ansatz des Clubhauses ist deshalb einzigartig, weil im Programm keine klinischen Aspekte vorkommen. Die Teilnahme ist freiwillig und die Mitgliedschaft im Clubhaus lebenslang.

UMSETZUNG

De Waterheuvel ist ein Clubhaus, in dem alle Aktivitäten von den Mitgliedern in Zusammenarbeit mit ihren Betreuer*Innen geplant und durchgeführt werden. Täglich nehmen durchschnittlich 37 Personen (für durchschnittlich vier Stunden) daran teil. Die Anzahl der aktiven Mitglieder pro Monat beträgt 120. Das Haus ist in zwei Einheiten unterteilt, in denen alle Aktivitäten organisiert werden: Verwaltung, Küche, Empfang, Reinigung und Instandhaltung, Entscheidungen, Kommunikation, Gärtnerei und Versammlungsort. Die Einheiten verfügen jeweils über eigene Bildungsangebote zu den Themen Verwaltung, Computer, Kommunikation, Webdesign und Wartung von Internetseiten, Soziale Medien sowie Kochen und Gastronomie. Des Weiteren werden in De Waterheuvel in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Gemeindekolleg von Amsterdam Schulungen zu Sozialkompetenzen und Berufsausbildungen (mit Abschlüssen und Zertifikaten) angeboten (50 Auszubildende pro Jahr).

ÜBERTRAGBARKEIT

Aus den Niederlanden liegen derzeit keine empirischen Studien vor, die belegen würden, dass sich das Clubhaus-Modell erfolgreich bei der Arbeit mit anderen Zielgruppen einsetzen lässt. Jedoch könnte das Modell als Anregung und allgemeine Grundlage bei der Gestaltung an andere benachteiligte Zielgruppen gerichteter Angebote dienen. Das Clubhaus-Modell wurde bereits in vielen verschiedenen Ländern umgesetzt. Heutzutage werden weltweit über 300 Einrichtungen (80 davon in Europa) unterhalten. Clubhouse International und Clubhouse Europe bieten hierbei Unterstützung und Beratung.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Das Clubhaus-Modell ist eine durch die Mitglieder gesteuerte Initiative, die auf den Fähigkeiten und Bedürfnissen der Zielgruppe basiert.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN

  • De Waterheuvel
    Sarphatistraat 41
    1018 EW Amsterdam
    Tel: +31 20 – 626 46 42
    Fax: +31 20 – 63 88 551
  • info@waterheuvel.nl
  • www.waterheuvel.nl
  • Facebook: De Waterheuvel Amsterdam

Health Cultural: Kulturelle Aktivitäten

EIN INSTRUMENT ZUR STEIGERUNG DES WOHLBEFINDENS FÜR MENSCHEN MIT PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN; SCHWEDEN

ÜBER DAS PROJEKT

Vom Standpunkt der Salutogenese aus und in Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Expert* Innen aus dem Kulturbereich wird Patient* Innen mit psychischen Erkrankungen vom regionalen Gesundheitssystem in Östergötland die Teilnahme an einer ergänzenden Methode zur Verbesserung des eigenen Gesundheitszustands angeboten. Das Projekt, bei dem es schwerpunktmäßig um die Befähigung der Patient* Innen zur Selbsthilfe geht, wird seit 2012 von der Abteilung für gesundheitliche Analysen des Zentrums für die Entwicklung der Gesundheitsversorgung in der Region Östergötland durchgeführt.

ZIELGRUPPEN

Die Zielgruppen sind im System der Gesundheitsversorgung erfasste Patient*Innen mit den Diagnosen Stress, Angststörung und Depression, die eine wachsende Gruppe mit dringendem Bedarf an neuen Methoden zur Förderung des eigenen Wohlbefindens darstellen. Die Teilnahme an den Projektaktivitäten ist freiwillig und nicht an einen bestimmten sozialen Status gebunden. Es ist wichtig anzumerken, dass es sich hierbei um keine therapeutischen Maßnahmen im strengen Sinne handelt, da die beteiligten kulturellen Einrichtungen über kein Expertenwissen im Fachbereich Medizin verfügen.

METHODEN UND UMSETZUNG

Die Teilnehmenden des Projekts werden vom Gesundheitssystem über die Möglichkeit der Teilnahme informiert. Jedes Jahr umfasst das Angebot zahlreiche Aktivitäten im Bereich Kultur, wie zum Beispiel Chorsingen, Tanz, Gartenarbeit, künstlerische Aktivitäten, Literatur usw. Die Anzahl der Treffen, im Rahmen derer die in Gruppen durchgeführten Aktivitäten stattfinden, wird vorher festgelegt. Die Programme gestalten sich seit Jahren immer unterschiedlich, je nachdem, welche Kulturexpert*Innen oder kulturellen Einrichtungen gerade mit von der Partie sind. Die finanziellen Mittel für die Durchführung der Kulturveranstaltungen werden von der Region Östergötland bereitgestellt, wobei auch die Teilnehmenden sich in Form einer geringen Gebühr von ein paar Euro beteiligen, die in erster Linie für den Kaffee während der wichtigen Kaffeepausen bei den Treffen verwendet wird.

Es ist wichtig, dass die Teilnehmenden für das Durchlaufen des kreativen Prozesses keine besonderen Voraussetzungen erfüllen müssen. Das eigene Schaffen soll Spaß bringen und experimentell und reflektierend sein, ohne sich dabei an irgendwelchen Leistungsvorgaben zu orientieren. Hierdurch wird das Wohlbefinden der Teilnehmenden gesteigert und ihr Selbstvertrauen gestärkt. Genauso wichtig ist der soziale Aspekt der Begegnung mit anderen. Hierbei ist es die Aufgabe der Gruppenleiter*Innen anzuregen, zu unterstützen und auf Fragen und eventuellen Anleitungsbedarf zu reagieren.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Aus den Auswertungen des Projekts geht die Zufriedenheit aller Beteiligten, also sowohl der Patient* Innen als auch der Gesundheitsexpert*Innen und Anbieter im Bereich Kultur über den Verlauf der Aktivitäten und die deutlich erkennbaren Ergebnisse hervor. Die Patient*Innen berichten über die positive Bedeutung, die die Inhalte, die Kreativität und der Spaß, den die Aktivitäten mit sich bringen, für sie haben. Ebenso betonen sie jedoch auch andere positive Ergebnisse, wie zum Beispiel soziale Integration, neue Methoden zur Änderung der eigenen Verhaltensweisen und die Befähigung zur Selbsthilfe.

Für die Patient*Innen entsteht im Projekt die Möglichkeit, den eigenen Gesundheitszustand unter Zuhilfenahme nur weniger Mittel zu verbessern. Die Einrichtungen aus dem Bereich Kultur erweitern und verfeinern durch ihre Teilnahme die eigenen Angebote. Es gab auch schon Teilnehmende, die im Anschluss an ihre Teilnahme am Projekt nach langer Arbeitslosigkeit wieder berufliche Beschäftigungen aufnahmen.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN


Skåne for a rear view

MEHR TEILNAHME AN KULTURELLEN AKTIVITÄTEN FÜR MENSCHEN MIT PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN SCHWEDEN

ÜBER DAS PROJEKT

Die Bildungseinrichtung Bilda und das Kulturzentrum Sofia Kulturmötesplats haben gemeinsam mit Folkloreverbänden, Gemeindezentren und lokalen Kunst-, Handwerks- und Bauernhofmuseen im Süden Schwedens ein Projekt ins Leben gerufen, mithilfe dessen die Beteiligung von unter psychischen Erkrankungen leidenden Menschen an kulturellen, mit den Lokalgemeinschaften, Geschichte und Folklore in Bezug stehenden Aktivitäten gesteigert werden soll. Das Projekt wird vom Schwedischen Fonds für das Kulturerbe finanziert. Die Einrichtung Bilda, die sich christlichen Werten verschrieben hat, bietet eine breite Spanne an Kursen im Bereich informeller, jedoch auf die wesentlichen Fragen fokussierter Erwachsenenbildung an. Die Einrichtung ist offen für Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, Religionen und Lebenswelten. Ein Element der bei Bilda stattfindenden Arbeit ist die Begegnungsstätte Sofia Kulturmötesplats in Malmö, der ganz im Süden des Landes gelegenen drittgrößten Stadt Schwedens.

ZIELE UND ZIELGRUPPE

Sofia Kulturmötesplats bietet sinnstiftende Beschäftigung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ziel ist es, in Isolation lebenden Personen dabei zu helfen, entsprechend ihrer Fähigkeiten am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können und dabei die Aussicht auf einen Ausbildungs- oder einen Arbeitsplatz zu haben. Die Begegnungsstätte Sofia fördert auch die Teilnahme am kulturellen Leben vor Ort und bietet die Möglichkeit vergünstigter Kino-, Theater-, Konzert- oder Ausstellungsbesuche.

UMSETZUNG UND BESONDERHEITEN

Rückblickend lässt sich sagen, dass im Projekt Skåne zunächst Kontakte zu ehrenamtlich geführten Folkloreverbänden und kleineren lokalen Museen in der Region Skåne geknüpft wurden. Die Teilnehmenden machten Studienexkursionen, besuchten Vorträge und hatten die Möglichkeit, in den Archiven und Sammlungen mehr über die eigene Vergangenheit und die Geschichte der Bevölkerung des Landes zu lernen.

Schweden blickt auf eine lange Geschichte der Beschäftigung von Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in Museen und Archiven zurück. Bei diesem Projekt lag der Schwerpunkt jedoch mehr auf den Bedürfnissen der Teilnehmenden (wenngleich eines der Ziele die Akquise von Ausbildungsstellen in den Gemeinden war) und darauf, die ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Museen bei der Arbeit zur Bewahrung des nationalen Kulturerbes zu unterstützen.

METHODE

Rückblickend betrachtet kamen die meisten Empfehlungen für eine Teilnahme am Skåne-Projekt von Mitarbeitenden der für die Region Skåne zuständigen Gesundheitsbehörde. Die Teilnahme fand jedoch immer auf freiwilliger Basis statt und war kostenlos. Die von den Teilnehmenden erworbenen Fähigkeiten waren kognitiver, interaktiver und sozialer Natur. Außerdem wurde das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden gesteigert. Die Projektteilnehmenden und ihre Ausbilder*Innen haben gemeinsam ein Buch über die Geschichte von Skåne verfasst, das im April 2015 ausschließlich in Schwedischer Sprache erschienen ist.


Amici per la strada – friends on the street

INTEGRATION OBDACHLOSER UND DROGENABHÄNGIGER, ITALIEN

ÜBER DAS PROJEKT

Das Projekt, das bereits seit 1980 existiert, wurde von der Gemeinschaft Sant‘Egidio, einer in Italien und anderen Ländern aktiven Non-Profit-Organisation, ins Leben gerufen und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Aufnahme, Unterstützung und Reintegration von Menschen mit sozialen Problemen. Die Aktivitäten im Rahmen von Amici per la strada gehen in zwei hauptsächliche Richtungen: die Begleitung von Menschen auf ihrem stufenweisen Weg in Richtung Reintegration auf der einen und Unterstützung und Schutz für mehr Lebensqualität auf der anderen Seite.

ZIELGRUPPE

Die Zielgruppe besteht aus alleinstehenden Personen ohne Angehörige oder sonstige Beziehungen zu anderen Menschen. Diese Situation ist den allermeisten Obdachlosen gemein, die zudem unter vielen anderen Problemen zu leiden haben, wie zum Beispiel psychischen Erkrankungen und Alkohol- und Drogenproblemen. Viele dieser Menschen waren bereits im Gefängnis und nahezu alle kommen aus von schwierigen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Problemen gekennzeichneten familiären Verhältnissen. Die meisten sind Ausländer*Innen, wobei auch immer mehr Italiener*Innen unter ihnen zu finden sind. Die Gruppe der Ausländer*Innen besteht aus Neuankömmlingen im Land und illegalen Einwanderern aber auch Migrant*Innen mit gültigen Aufenthaltspapieren, die jedoch erwerbslos sind und auch sonst über keine Möglichkeit verfügen, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Zielgruppe ist zwar heterogen, jedoch haben alle ihr zugehörigen Personen gemein, alleine und ohne Obdach zu sein: ältere Menschen, unzufriedene Jugendliche, frustrierte Migrant*Innen oder Opfer der neuen Armut.

ZIEL

Hauptziel des Projekts ist die Betreuung von Personen, die sich am Rande der Gesellschaft befinden und meistens die ihnen zustehenden Rechte nicht kennen. Öffentliche Einrichtungen sind nicht immer darauf vorbereitet, auf die Bedürfnisse dieser Menschen einzugehen, oder erst gar nicht verfügbar. Das Ziel des Projekts ist es deshalb, diesen Mangel und das Unterstützungsdefizit auszugleichen und gezielt Maßnahmen anzubieten.

METHODE/ANSATZ

Das Projekt folgt dem Ansatz der gegenseitigen Hilfestellung, der die marginalisierten Personen vom Rand ins Zentrum rückt und sie durch das Aufzeigen neuer Möglichkeiten und Mittel aus ihrer Passivität herausholt. Im Rahmen von Amici per la strada werden auf transversale Art und Weise sowohl die Verteilung von Nahrungsmitteln, Kleidung und die gesundheitliche Versorgung, als auch Informations- und Beratungsdienste für spezielle Bedürfnisse und Wünsche gewährleistet. Daraufhin wird der Schwerpunkt im Projekt auf die Unterstützung der Teilnehmenden bei der Suche nach Unterkunft und Beschäftigung gelegt. Diese Art von Maßnahme, die mittel- und langfristige Planung und eine gute Kenntnis der Teilnehmenden erfordert, zielt darauf ab, deren persönliche Fähigkeiten zu stärken.

UMSETZUNG

Selbst wenn die im Projekt verwendeten Methoden nicht wirklich innovativ sind, so dienen sie doch dazu, spezifische und auf die verschiedenen Untergruppen der heterogenen Zielgruppe der Obdachlosen zugeschnittene Lösungen und Dienstleistungen umzusetzen. Die Transfermöglichkeiten des Projekts – die unter anderem im Zusammenhang mit der Gesamtorganisation zu sehen sind, die über die Jahre hinweg mehrere wichtige Meilensteine erreicht hat – wird auch dadurch deutlich, dass seine Ergebnisse in andere Regionen Italiens (Ligurien, Kampanien und Venetien) und in viele arme Länder Afrikas exportiert wurden.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN

  • Comunità Sant’Egidio
    Via di San Gallicano 25/A ROMA
    Ansprechpartner : Alessandro Moscetta
    Tel. +39 334 8135420
  • info@santegidio.org
  • www.santegidio.org
  • Facebook: Comunità Sant’Egidio

Haus der Erinnerung

UNTERSTÜTZUNG FÜR ÄLTERE DEMENZKRANKE, DÄNEMARK

ÜBER DAS PROJEKT

Seit 2004 arbeitet das Den Gamle By Freilichtmuseum in Århus, Dänemark, an Programmen zur Stimulierung des Erinnerungsvermögens älterer unter Demenz leidender Menschen.

UMSETZUNG UND METHODEN

In kleinen Gruppen werden unter Demenz leidende Menschen ins „Haus der Erinnerung“ geführt, das mit Gegenständen aus den 1950er Jahren eingerichtet ist. Die „Gäste“ sind eingeladen, in der mit einem Gasherd und anderen typischen Gegenständen aus jener Zeit ausgestatteten Küche mitzuhelfen oder es sich im Wohnzimmer gemütlich zu machen, in dem sich ebenfalls viele Gegenstände befinden, die angesehen und angefasst werden können und die Besucher*Innen an die eigene Kindheit und Jugend erinnern. Alle werden mit Kaffee und zu jener Zeit beliebten Kuchensorten verköstigt. Die Atmosphäre ist warm und heimelig, Erinnerungen werden ausgetauscht, die Stimmung ist prächtig.

Der Kontext von Den Gamle By bringt die Erinnerungen der unter mehr oder weniger schweren Fällen von Demenz leidenden Besucher*Innen zurück und versetzt sie in die Lage, miteinander zu kommunizieren und aktiv an einem gesellschaftlichen Ereignis teilhaben zu können. Der Besuch ist eine ästhetische Erfahrung mit großer Wirkung auf die Sinne und Emotionen der Teilnehmenden, die so in die Lage versetzt werden, sich an Dinge und Fähigkeiten zu erinnern, die sie längst vergessen hatten.

 

 

 

ZIELE UND BESONDERHEITEN

Seit zwei Jahren wird bei Den Gamle By der Schwerpunkt vermehrt auch auf die Arbeit mit den Angehörigen der Demenzkranken und Mitarbeitenden entsprechender Pflegezentren gelegt, und es werden spezielle Schulungen für diese Personengruppen angeboten.

Durch die Wiederherstellung von Erinnerungen möchte das Projekt ältere Menschen in die Lage versetzen, die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten oder wiederzuerlangen, an der eigenen Identität festzuhalten, sich ihr Selbstwertgefühl zu bewahren und eine gewisse Zeit lang ohne fremde Überstützung leben zu können. Die Hauptelemente des Projekts sind zum einen die Verwendung des Museumssettings, das als Substanz dient und mit den von den älteren Demenzkranken gemachten Erfahrungen in Bezug steht, und zum anderen die Schulungen für Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen und Privatpersonen, die mit der Begleitung solcher Patient*Innen betraut sind.

Seit 2004 nimmt die Zahl der Teilnehmenden stets zu. Zudem ist die Einrichtung Teil eines wachsenden (lokalen, nationalen, internationalen) Netzwerks, dem die im Museum stattfindende Arbeit als Inspiration dient und mit dem gemeinsam neue Schulungen entwickelt werden. Die Reaktionen auf das Projekt fallen durchweg positiv aus. Im Laufe von sieben Monaten fanden im Jahr 2014 über 90 Kurse im Haus der Erinnerungen statt. Seit einigen Jahren unterhält Den Gamle By Kontakt zu anderen Freilichtmuseen, die von der dort stattfindenden Arbeit inspiriert wurden und sie übernommen haben. Von 2012 bis 2014 nahm Den Gamle By am EU-Grundtvig-Projekt „Re-active“ teil. Im Rahmen dieses Projekts erhielten Museen aus Ungarn, Norwegen, Schweden, Belgien und Großbritannien eine Einführung in die bei Den Gamle By stattfindende Arbeit, diskutierten Best-Practice-Beispiele und tauschten Ideen aus.

Von 2014 bis 2016 beteiligt sich Den Gamle By gemeinsam mit Jamtli aus Schweden, Beamish Museum aus Großbritannien, Szabadtéri Néprajzi Múzeum aus Ungarn, dem Lillehammer Museum aus Norwegen, der LINNEUNIVERSITETET aus Schweden und der UNIVERSITY OF NEWCASTLE UPON TYNE aus Großbritannien am Erasmus-+Programm „Aktives Älterwerden und Kulturerbe in der Erwachsenenbildung“. Ziel des Projekts ist es, eine Methode und einen entsprechenden Leitfaden zur Durchführung von Erinnerungsarbeit in Kulturerbesettings zu erarbeiten. Den Gamle By wurde 1909 als erstes Freilichtmuseum urbaner Geschichte und Kultur gegründet.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN


Crescere a cores

GEMEINSCHAFTSFÖRDERUNG IN STÄDTISCHEN RANDGEBIETEN, PORTUGAL

ÜBER DAS PROJEKT

Die 2007 gegründete Vereinigung „Crescer a Cores“ ist eine Einrichtung, die sich gesellschaftliche Solidarität auf die Fahnen geschrieben hat. Unter einem gemeinschaftlichen Blickwinkel leistet die Einrichtung Arbeit in den Bereichen Psychologie, Bildung und Gesundheit und führt gemeinschaftliche und partizipative Aktivitäten durch. Die durchgeführten Maßnahmen stehen dabei in Bezug zum Konzept der Nähe zur Gemeinschaft und berücksichtigen und propagieren auf lokaler Ebene die wahre Bedeutung zwischenmenschlicher Unterschiede.

ZIELGRUPPE

Die Hauptzielgruppe des Projekts setzt sich aus Kindern, Jugendlichen und Eltern aus dem Viertel Padre Cruz, einem Vorort von Lissabon, zusammen. Genauer genommen besteht die Zielgruppe aus allen in diesem Vorort ansässigen armen und hilfsbedürftigen Familien.

ZIEL

Hauptziel des Projekts ist die Förderung von Bildung in einem pädagogischen Kontext, der es allen Familien ermöglicht, Erfahrungen auszutauschen und die eigenen Fähigkeiten zu stärken, zu denen neben den elterlichen Aufgaben auch erzieherische und bürgerliche Funktionen innerhalb der Gemeinschaft gehören.

METHODE/ANSATZ

Der verwendete Ansatz ist der der Arbeit an einem Bildungsprozess. Die Methode läuft hierbei entlang verschiedener Arbeitsstufen: vom Aufbau sozialer Beziehungen und der aktiven Beteiligung der Eltern und Erzieher*Innen über die Festlegung und Verbreitung verschiedener Aktivitäten zur Förderung der Fähigkeiten der Eltern bis hin zur Übernahme aktiver Funktionen innerhalb der Gemeinschaft. Nach Erstellung einer Diagnose erhalten die Eltern umfassende Unterstützung insbesondere bei der Einrichtung eines Hilfsdienstes, der ihnen bei der Erfüllung ihrer elterlichen Erzieherrolle zur Seite steht und potenziellen Problemen der Jugendlichen vorbeugt.

UMSETZUNG

Das Projekt Crescer a Cores wurde 2013 im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen Crescer a Cores, Junta de Freguesia de Carniede und der Stiftung Montepio gegründet. Seine Ziele waren die Förderung von Bildung unter gefährdeten Kindern und Jugendlichen und insbesondere die Stärkung der erzieherischen Fähigkeiten der Eltern in ihrer Rolle als rechtmäßige und durchsetzungsfähige Erziehungsverantwortliche. Die Projektarbeit findet im sozioökonomischen Kontext armer und hilfsbedürftiger Personengruppen statt.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Das Projekt Crescer a Cores ist besonders, weil es eine grundlegende und gesellschaftsnahe Antwort auf die im Viertel Padre Cruz, dem größten und ärmsten Vorstadtgebiet der Iberischen Halbinsel, vorhandenen Probleme gibt. Eine weitere Besonderheit ist die Verwendung partizipativer pädagogischer Schulungen. Somit stellt das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur gemeinschaftlichen Strategie der Zusammenarbeit der gesamten Bevölkerung dar. Die Familien erhalten hierbei weder materielle Unterstützung noch werden elterliche Pflichten übernommen. Das Projekt sorgt für aktives und effektives Engagement unter den Eltern und befähigt sie, sich bewusst für eine Erziehungsmethode zu entscheiden, bei der an erster Stelle immer zunächst die kritische Selbstbeurteilung steht – ein Motto, das auch für die Kinder zum Lebensprinzip werden soll. Deshalb betont und fördert Crescer a Cores, was so viel bedeutet wie „farbenfrohes Wachstum“, die Vorstellung, dass wir uns alle wie unterschiedliche Farbschattierungen voneinander unterscheiden

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN

  • Associazione Crescer a Cores Rua Rio Tejo n.7 (antiga escola 167) –
    Bairro Padre Cruz
    Carnide 1600-746 Lisbon, Portugal
    Ansprechpartner: NOEMI PARAISO
    Tel. +351 215937851
  • cresceracores@gmail.com
  • www.cresceracores.pt

Hierbabuena

INTEGRATION VON MENSCHEN MIT PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN, SPANIEN

ÜBER DAS PROJEKT

Hierbabuena ist die größte in der Region Asturien ansässige Vereinigung, die unter psychischen Problemen leidenden Menschen Hilfe in Form sozial-gesundheitlicher Dienstleistungen anbietet. Seit 2000 führt die Vereinigung verschiedene auf die speziellen Bedürfnisse von psychisch labilen, unter seltenen Erkrankungen und verhaltens-, beziehungs- oder arbeitsbedingtem Stress leidenden Menschen zugeschnittene Aktivitäten durch.

ZIELGRUPPE

Die Anzahl der unter psychischen Problemen leidenden Personen wächst auch in der Region Asturien. Psychische Störungen sind häufig die Ursache von Isolation und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Ein weiterer höchst problematischer Aspekt ist der Mangel an Beschäftigungs- und Bildungsmöglichkeiten. Die Zielgruppe sind sowohl Menschen mit akuten psychischen Problemen als auch Personen, die eine solche Störung erfolgreich überwinden konnten.

ZIEL

Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung von Maßnahmen und Aktivitäten, mit denen Integration, Kenntniserweiterung und Sozialisierung unter Menschen mit akuten oder erfolgreich behandelten psychischen Problemen gefördert werden können. Die Aktivitäten werden von hochqualifizierten Mitarbeitenden durchgeführt, die in der Lage sind, Dienstleistungen für alle Vertreter* Innen der Zielgruppe anzubieten, gleichzeitig besonderes Augenmerk auf die spezifischen Probleme jedes einzelnen Teilnehmenden zu legen und dabei eine auf die jeweiligen Merkmale, Probleme und Krankheitsbilder abgestimmte, konsequente Strategie einzuhalten.

METHODE/ANSATZ

Der im Projekt verwendete Ansatz legt den Schwerpunkt auf die Förderung gesellschaftlicher Beteiligung. Hierzu werden zunächst die gesellschaftlichen und dann die klinischen Bedürfnisse der Teilnehmenden analysiert. Die eingesetzte Arbeitsmethode, die auf interdisziplinärer und partizipativer Planung basiert, leitet sich aus der Notwendigkeit ab, gerade diejenigen sozialen Probleme zu lösen, die dazu tendieren sich Lösungen zu entziehen. Durch die Verwendung dieser Methode wird gewährleistet, dass das Bewusstsein für die jeweiligen Probleme bei den Teilnehmenden und Mitarbeitenden einen gleichbleibend hohen Stellenwert einnimmt.

Aus diesem Grund verbindet der methodische Ansatz des Projekts die Wichtigkeit der vollständigen psychophysischen Genesung mit einer Reihe von Förderaktivitäten: Informationen, Beratung, Kompetenz- und Fähigkeitstransfer, Integration, und hebt gerade die bei psychischen Erkrankungen auftretenden Probleme hervor, um so mehr Bewusstsein und Wertschätzung für die sogenannte „äußere Welt“ zu schaffen.

UMSETZUNG

Über die Jahre hinweg gelang es der Vereinigung, ihr Dienstleistungsangebot in verschiedenen Städten der Region Asturien zu etablieren: im Gemeinschaftszentrum Arbolón in Avilés, beim sozialen Gesundheitsverband Santullano in Oviedo und bei derselben Organisation in Gijon.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Das Projekt ist besonders, weil es gewährleistet, dass unter psychischen Erkrankungen leidende Menschen empathische und individuelle Aufmerksamkeit erfahren, anstatt lediglich strikt und einfach gesundheitlich betreut zu werden. Eine weitere Besonderheit ist, dass die stattfindende Betreuung über die Behandlung der psychischen Erkrankung an sich hinausgeht, und zwar in Form von Aktivitäten, die die kognitiven und lerntechnischen Fähigkeiten der Patient*Innen anregen, einer Begegnungsstätte und der Möglichkeit, untereinander Erfahrungen und Beziehungen auszutauschen, technische Kompetenzen zu erwerben und sich der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten bewusst zu werden. Und zu guter Letzt ist das Projekt deswegen besonders, weil es eine sinnstiftende Erfahrung darstellt, durch die gängige Stereotype und Klischees gegenüber psychisch Kranken widerlegt werden.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN


RADE Ltd.Heilung durch Kunst, Theater und Bildung

BERATUNG, THEATER UND KUNST FÜR MENSCHEN MIT PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN, INSBESONDERE EHEMALIGE DROGENABHÄNGIGE, IRLAND

ÜBER DAS PROJEKT

Ziel von RADE ist es, die Lebensqualität Drogenabhängiger zu verbessern und der von ihnen empfundenen Isolation und Langeweile mit sinnvollen dem Niveau ihrer Fähigkeiten angemessenen kulturellen Aktivitäten zu begegnen. Auf diese Weise sollen für die Teilnehmenden der Raum und die Möglichkeit geschaffen werden, zu beweisen, dass auch sie in der Lage sind, einen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben zu leisten. Darüber hinaus sollen so gängige gesellschaftliche Stereotype gegenüber Drogenabhängigen in Frage gestellt werden. Das Angebot von RADE umfasst größtenteils niedrigschwellige Dienstleistungen, mit denen Menschen an Initiativen zur Suchtbewältigung herangeführt werden sollen. Hier werden den Vertreter*Innen der Zielgruppe, von denen die meisten Schulabbrecher*Innen sind, Beratung und Workshops zur Rückfallprävention angeboten. Zur Verbesserung von Wohlbefinden und Lebenssituation kommen im Rahmen von RADE Aktivitäten aus den Bereichen Theater und Kunst zum Einsatz.

Ein bei allen Programmteilnehmenden erkennbares Ergebnis sind Verbesserungen im Bereich der Kernkompetenzen, zum Beispiel beim Lesen und Schreiben und hinsichtlich Selbstvertrauen und Teamfähigkeit. Der in allen Workshops verwendete Ensemble-Ansatz ermöglicht die gegenseitige Unterstützung unter den Teilnehmenden. Auch werden in RADE die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass zahlreiche Kurse von zeitgenössischen Künstler* Innen geleitet werden. Zu den Projektergebnissen gehören jährlich stattfindende öffentliche Kunstausstellungen, Publikationen kreativ geschriebener Texte und eigens für die Aufführung durch die Teilnehmenden in Auftrag gegebene Theaterstücke/ Filme/Tänze.

UMSETZUNG/ÜBERTRAGBARKEIT

Elemente des RADE-Modells wurden von Anbietern aus Dublin und anderen Orten in Irland übernommen. Auch erhielt RADE Besuch von Personen und Agenturen aus Portugal, Griechenland, Finnland, Frankreich und den USA. Finanziell ist RADE auf die Unterstützung von Zuschussgebern und seitens der Lokalverwaltung angewiesen. Ebenfalls gibt es ein Gebührensystem für Einrichtungen, die Kund*Innen ins Projekt überweisen.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Die Teamarbeit und der ineinandergreifende Charakter der Aufgabenverteilung bei den öffentlichen Produktionen treten in Konkurrenz mit dem passiven Stimulus, der beim Konsum von Drogen entsteht. Hierdurch werden eigenverantwortliches Lernen, das Vertrauen in das eigene Können und Selbstwertgefühl gefördert. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass zahlreiche weitere Dinge erlernt und erfahren werden, so zum Beispiel Lese- und Schreibfähigkeiten durch das Schauspielern/ Lesen von Dramentexten oder technische Fähigkeiten bei der Arbeit an Theater-, Filmoder Kunstproduktionen.

Positive Lebensveränderungen und Entscheidungen sind für jede Zielgruppe und ganz besonders für benachteiligte und ausgegrenzte Menschen wichtig und förderlich. Teilnehmende, die Veränderungen andenken und vollziehen, mit denen sie die eigenen Bildungs- und Beschäftigungschancen erhöhen, müssen in ihrem Tun bestärkt werden. Mit gesteigertem Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sowie kommunikativen Fähigkeiten und Durchsetzungsvermögen ausgestattet sind die Teilnehmenden in der Lage, über eine Veränderung der eigenen Suchtgewohnheiten nachzudenken und so auch etwas für ihre Gesundheit und familiären Beziehungen zu tun. Häufig bietet sich in diesem Zuge zudem die Gelegenheit, kriminelle Verhaltensweisen aufzugeben und in stabileren Wohnverhältnissen unterzukommen.

Das Engagement von RADE für die Belange seiner Teilnehmenden reicht von der Unterstützung bei Gerichtsterminen und der Suche nach Unterkunft über das Stellen von Anträgen auf Entwöhnungskuren und Krankenversicherungskarten bis hin zur Vermittlung in berufliche Weiterbildung und Praktika.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN


Jackdrum: Mach das Beste aus deinem Potenzial

ERWACHSENEN- UND GEMEINSCHAFTSLERNPROJEKT FÜR MENSCHEN MIT LERNSCHWIERIGKEITEN, GROSSBRITANNIEN

ÜBER DAS PROJEKT

Mit seinem breiten Spektrum an Aktivitäten in den Bereichen darstellende Künste und Medien lädt Jack Drum Arts Einzelpersonen und Gemeinschaften zu kreativen Erkundungstouren ein. Die Überzeugung, die hier vertreten wird, ist die, dass Kreativität auf vielen verschiedenen Ebenen stattfindet. Daher bietet das Projekt Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeitsniveaus die Möglichkeit, Neues über sich selbst und den eigenen Platz in der Welt herauszufinden.

Das Erwachsenen- und Gemeinschaftslernprogramm ist auf die Bedürfnisse von Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten ausgerichtet, und übergeordnetes Ziel aller stattfindenden Kurse ist es, Menschenwürde zu zelebrieren. Inhaltlich geht es dabei um Musik, Songwriting, Filmemachen und digitales Geschichtenerzählen. Die Sitzungen dienen der Kompetenzverbesserung und sind auf die Lernenden so zugeschnitten, dass alle eigenverantwortlich im jeweils den eigenen Fähigkeiten entsprechenden Tempo arbeiten können.

Die Zielgruppe sind unter psychischen Problemen leidende Menschen, Erwachsene mit Lern- oder Körperbehinderungen und Langzeitarbeitslose. Darüber hinaus wird im Projekt auch mit Lerngruppen von blinden oder sehbehinderten Menschen gearbeitet. Diese erhalten Unterstützung beim Erzählen ihrer Geschichten und der Produktion eines Filmes, in dem es speziell um Herausforderungen geht, vor die Menschen gestellt sind, die ihr Augenlicht teilweise oder vollständig verloren haben. Diese Lernenden können zwar nicht an der physischen Arbeit teilnehmen, die das Filmemachen mit sich bringt, haben jedoch die inhaltliche Leitung und bestimmen, worum es eigentlich gehen und wie dies erzählt werden soll und was bei der Endbearbeitung geschieht.

UMSETZUNG/ÜBERTRAGBARKEIT

Die hier vorgestellte Arbeit lässt sich leicht auf andere Länder übertragen, unter der Voraussetzung, dass Künstler*Innen gewonnen werden können, die zeitlich verfügbar sind und Interesse an der Arbeit mit der Zielgruppe haben. Auch sollten die beteiligten Künstler*Innen im Vorfeld auf die Arbeit mit der Zielgruppe vorbereitet werden. Eingesetzt werden könnte das Programm beispielsweise als Ergänzung zu bereits bestehenden Bildungsangeboten, die an Erwachsene mit Lernschwierigkeiten gerichtet sind.

Jack Drum Arts wird über Zuschussförderung und Förderabkommen mit den Lokalverwaltungen finanziert. Soll ein solches Programm ins Leben gerufen werden, ist es also ratsam, sich zunächst über bestehende Verträge oder Möglichkeiten staatlicher Finanzierung zu erkundigen oder Kooperationen mit anderen Einrichtungen anzustreben, die bereits Kurse für diese Zielgruppe im Angebot haben.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Der Erfolg des Projekts liegt im Genuss der künstlerischen Produktionen, die um ein vielfaches übertreffen, was normalerweise von der Zielgruppe erwartet wird. Die Koordinator*Innen bemühen sich bei all ihrer Arbeit um hohe Qualität und sorgen dafür, dass die Lernenden es mit professionellen Künstler*Innen zu tun bekommen, die sie dabei unterstützen, bestmögliche Ergebnisse zu erreichen. Im Projekt werden nicht nur Kompetenzen sondern auch das gesundheitliche und emotionale Wohlbefinden gefördert. Gemeinsam einer schöpferischen Tätigkeit nachzugehen, erzeugt bei den Teilnehmenden Selbstvertrauen und ein Erfolgsgefühl, das sie in ihren Alltag mitnehmen.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN


Making Connections

LERNERFAHRUNGEN FÜR ERWACHSENE MIT SUBSTANZINDUZIERTEN PSYCHISCHEN GESUNDHEITSPROBLEMEN SOWIE OBDACHLOSE IRLAND

ÜBER DAS PROJEKT

Das mittlerweile seit fünf Jahren in Clonmel, Tipperary County/Irland laufende Projekt MCST richtet sich als eine Art Sprungbrett an Personen, die den Anschluss an das reguläre Bildungssystem verloren haben. Im Projekt erhalten diejenigen, die die Voraussetzungen für die Teilnahme an regulären Bildungsangeboten nicht erfüllen, Unterricht in Kleingruppen und ggf. Einzelunterricht. Das Programm bietet den Lernenden einen Wiedereinstieg ins System der Erwachsenenbildung, wo Lernbemühungen mit Zeugnissen und Bescheinigungen belohnt werden.

Den Schwerpunkt des Programms bildet die Arbeit mit Erwachsenen mit von Substanz-/ Alkoholmissbrauch und/oder Obdachlosigkeit und/oder substanzinduzierten psychischen Gesundheitsproblemen geprägten Vorgeschichten. Das Programm wurde vor über 10 Jahren in Waterford City als Antwort auf den dort vorhandenen Bildungsbedarf unter Obdachlosen gegründet. Zunächst fanden wöchentliche Einzeltrainings mit den Schwerpunkten Lebenskompetenzen und Kochen statt. Mittlerweile werden in den Finanzierungsbedingungen des Programms spezifischere Zielsetzungen verlangt, so zum Beispiel die Zertifizierung durch QQI (Qualität und Qualifikationen Irland) und die Weitervermittlung in Anschlussangebote der Weiterbildung oder berufliche Ausbildungen. Die Stadt, in der das Projekt seinen Standort in einem Gemeindezentrum bezogen hat, verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur an Drogenberater*Innen, von der Gemeinde beschäftigten Drogenbetreuer*Innen, Bewährungsdiensten, Frauenhäusern, Obdachlosendiensten, Anlaufstellen für psychologische Beratung usw. Diese Dienste bieten den Lernenden auch nach deren Vermittlung ins Projekt weiterhin Rückhalt und Unterstützung.

 

 

 

UMSETZUNG/ÜBERTRAGBARKEIT

Gegenwärtig ist „Making Connections“ in drei Countys Irlands (South Tipperary/Waterford/Carlow) vertreten. Das Projekt kann potenziell auch in andere Länder übertragen werden, vorausgesetzt die Umsetzung findet im Setting einer in die Gemeinde eingebetteten und gut ausgestatteten Bildungseinrichtung mit geeigneten Trainer*Innen und der richtigen Managementstruktur statt. Die Dienstleistungen können an bestehende Verträge mit der Lokalverwaltung geknüpft werden oder in Partnerorganisationen stattfinden, von wo aus die Teilnehmenden weiter vermittelt werden können.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Mit anderen Anbietern unter einem Dach zu arbeiten, bedeutet für die Lernenden ein hohes Maß an Unterstützung. MCST ist darum bemüht, zusätzliche Förderquellen für die Lernenden aufzutun, die diesen bei der Bewältigung ihrer drogenbedingten Probleme helfen können. So wurde bereits ein breites Spektrum an aktiven Beziehungen zu anderen Diensten aufgebaut.

MCST geht starke Engagements ein und hat bereits viele Lernende bei ihrer persönlichen Entwicklung und auf dem Weg zu mehr Selbstvertrauen begleitet. Alle, die die Teilnahme am Projekt fortsetzen, erhalten nach jedem absolvierten Modul ein Zertifikat (eine größere Auszeichnung gibt es dann nach sieben Modulen). Manche absolvieren im Anschluss an ihre Teilnahme eine Berufsausbildung und werden berufstätig. All dies führt zu mehr Selbstvertrauen und verbessertem Wohlbefinden und hilft den Teilnehmenden bei der Bewältigung ihrer Sucht. MCST blickt auf viele solche Erfolgsgeschichten zurück, wie beispielsweise einen Teilnehmer, der Friseur werden wollte und mittlerweile ein Praktikum bei einem der städtischen Friseursalons absolviert.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN

  • Jenny Ryan, Koordinator Making Connections South Tipperary
    Mobil: +353 86 771 6289
  • mcsouthtipperary@wstcys.ie
  • Trägerorganisation: Waterford and South Tipperary Community Youth Service
    Finanzierung: Waterford and Wexford ETB
  • www.wstcys.ie

Biblioteca la Conca

UNTERSTÜTZUNG FÜR MENSCHEN MIT PSYCHISCHEN PROBLEMEN IM KONTEXT EINER BIBLIOTHEK, ITALIEN

ÜBER DAS PROJEKT

Das im Bereich der Rehabilitation von Patient* Innen angesiedelte Projekt wurde 2002 auf die gemeinsame Idee eines Erziehers und eines Patienten der Abteilung für Psychische Gesundheit der San Paolo Klinik in Mailand hin ins Leben gerufen. Über die Jahre hinweg wurde die „Biblioteca la Conca“ um Bereiche, Engagements und Mittel für die Durchführung des Projekts ergänzt. Das Projekt stützt sich mittlerweile auf ein wertvolles, aus Einheiten, Verbänden, Universitäten und vor allem öffentlichen Bibliotheken der Stadtgemeinde Mailand bestehendes Netzwerk. Kurz gesagt geht es bei dem Projekt um therapeutische Aktivitäten, die an die Besucher*Innen eines Tageszentrums gerichtet sind.

ZIELGRUPPE

Die Zielgruppe sind Erwachsene, die im Zentrum für psychische Gesundheit der San Paolo Klinik von Mailand stationär behandelt werden und aufgrund verschiedener psychischer Erkrankungen Pflege und Rehabilitationsmaßnahmen benötigen. In der ersten Phase des Projekts bestand die Zielgruppe aus Patient*Innen, die bei nicht fachgerechter Behandlung allmählich immer mehr von ihrer Selbständigkeit eingebüßt hätten und bei denen ein hohes Chronifizierungs- und Ausgrenzungsrisiko bestand.

ZIEL

Die Stätten in Mailand, an denen Patient*Innen mit derartigen Erkrankungen anderen Menschen begegnen und Betreuung erhalten bzw. psychisch labile oder erkrankte Erwachsene Lernangeboten nachgehen können, sind geschlossene und geschützte Orte, an denen sich keine Personen von außerhalb aufhalten dürfen. Wichtigstes Ziel des Projekts ist deshalb die Behandlung psychischer Probleme durch Momente der Begegnung und des Beisammenseins mit anderen Menschen und der gemeinsamen Buchlektüre abseits jedes Arzt-Patienten- Verhältnisses. Auf diese Weise sollen konstruktive Beziehungen zu Patient*Innen aktiviert und die Herausforderung angenommen werden, die die Schnittstelle zwischen Krankheit und Rehabilitationsstrategie darstellt.

METHODE/ANSATZ

Die bei den Projektaktivitäten verwendete Methode steht in engem Zusammenhang mit der Patient*In-Betreuer*In-Beziehung. Durch eine Mischung aus formeller und informeller Bildung, beispielsweise in Form des Anschauens von Filmen oder der Buchlektüre, können geeignete Prozesse der Aufnahme und Betreuung von Patient* Innen und des Zuhörens umgesetzt werden. Die Haltung, die die Gesundheits- und Bildungsbetreuer* Innen dabei einnehmen, ist nicht die, lediglich die Komplexität der jeweiligen Störung zu analysieren, sondern auch und vor allem die Beziehungsfähigkeit und die emotionalen und kognitiven Fähigkeiten der Patient*Innen anzuregen und zu reaktivieren.

UMSETZUNG

Zur Förderung und Erweiterung des Projekts, die notwendig waren, um die zuvor genannten Entwicklungen überhaupt erst zu ermöglichen, wurde die Kulturvereinigung „Alziamo il Volume“ gegründet. Ihr Ziel war die Förderung von Projekten sowie die Konsolidierung und der Ausbau bereits vorhandener Dienste, um so die Rolle der Bibliothek im städtischen Umfeld Mailands zu stärken und mehr Austausch zu ermöglichen.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Das Projekt ist besonders, weil es den Patient*Innen die Möglichkeit gibt, sich mittels der durchgeführten Aktivitäten Fähigkeiten anzueignen, die sie in die Lage versetzen, erfolgreich Beziehungen zu den Bibliotheksbesucher*Innen aufzubauen, Bücher auszuleihen und zu katalogisieren und umfassende Sekretariatsaufgaben zu verrichten. Außerdem ist das Projekt besonders, weil es eine erfolgreiche neue Pilotmethode im Bereich Prävention, Pflege und Rehabilitation darstellt. Noch heute profitieren die ehemaligen Projektteilnehmenden von den Rehabilitationsmethoden, Beobachtungspraktika und Schulungen, die sie zu mehr Selbständigkeit und gesellschaftlicher und beruflicher Integration geführt haben.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN

  • Dipartimento di Salute Mentale dell’Azienda Ospedaliera San Paolo (Milano)
    Ansprechpartner: Dott.ssa Barbara Bortolini e Dott.ssa Claudia Giangregorio
    Tel. +39 02 81843304
  • biblioteca_laconca@libero.it
  • www.comune.milano.it
  • Facebook: La Conca Biblioteca

Young in Prison

INTEGRATION FÜR JUNGE STRAFGEFANGENE, SCHWEDEN

HINTERGRUND

Etwa 200 meist männliche Personen zwischen 18 und 21 Jahren werden jedes Jahr in schwedische Gefängnisse eingeliefert. Aus der Tagespresse erfahren wir über die Verbrechen, die sie begangen haben, über Gerichtsverhandlungen und Richter. Nur selten jedoch wird dort etwas über die Menschen geschrieben, die hinter diesen Schlagzeilen stecken. Schulabbruch, Mobbing, Arbeitslosigkeit, gesellschaftliche Ausgrenzung und finanzielle Probleme gehören zur Lebensnormalität straffällig gewordener Menschen. Und vielen von ihnen wird später im Gefängnis ADHS diagnostiziert.

ZIELGRUPPE

Das Arbeitsmuseum, die schwedische Agentur für Strafvollzug und die nationale Vereinigung „Ex-Strafgefangenen Beachtung schenken“ entschlossen sich, jungen sich im Strafvollzug befindlichen Menschen Gelegenheit zu geben, über ihr Leben zu berichten und anhand ihrer persönlichen Geschichten eine Wanderausstellung zusammenzustellen. Die Durchführung des Projekts wurde durch Mittel aus dem schwedischen Fonds für das Kulturerbe ermöglicht. Für das Museum stellte die Arbeit mit dieser Zielgruppe ein Novum dar. Arbetets museum – das Arbeitsmuseum – ist eine Begegnungsstätte, die alle Sinne anspricht. Das 1991 in einer alten Baumwollspinnerei des ehemaligen Industriegebiets Norrköping eröffnete Museum zeichnet mit seinen Ausstellungen, Seminaren und im Rahmen des pädagogischen Programms durchgeführten Aktivitäten Arbeitsleben und -bedingungen nach. Ziel des Museums ist es, eine innovative Begegnungsstätte zu sein, in der Diskussionen über menschliche Arbeitsund Lebensbedingungen angestoßen werden. Für die Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen wird das Museum ständig erneuert.

UMSETZUNG

Im Januar 2014 begann zwischen Museumsmitarbeitenden und jungen Insassen der Vollzugsanstalt in Luleå, Nordschweden, die Diskussion über die Möglichkeit der Realisierung einer Ausstellung. Die jungen Menschen schilderten ihre Lebensgeschichten und ihr Empfinden des Eingeschlossenseins. Auch in anderen Vollzugs- und Jugendhaftanstalten beteiligten sich junge Insassen unter Anleitung ihrer Anstaltsausbilder*Innen und sandten ihre Lebensgeschichten ein. Insgesamt wirkten 25 junge Strafgefangene an der Gestaltung der Wanderausstellung mit.

WAS IST DAS BESONDERE AN DEM PROJEKT?

Die Ausstellung wurde im Januar 2015 im Arbeitsmuseum eröffnet und ist auf ihrer Tour an sechs verschiedenen Orten in Schweden zu sehen. Erwartet werden an die 100.000 Besucher*Innen. An jedem Ausstellungsort bekommt ein junger Ex-Häftling eine auf vier Monate befristete Stelle als Ausstellungsführer angeboten. Die Projektpartner hoffen auf diese Weise, Vorurteile entkräften und mehr Offenheit für Menschen im Strafvollzug erreichen zu können. Weitere Ziele sind eine Steigerung des öffentlichen Bewusstseins für das Thema neuropsychische Störungen und, auf persönlicher Ebene, mehr Unterstützung für Ex-Strafgefangene bei ihrem Neuanfang.

Die Teilnehmenden verbesserten ihre Fähigkeiten im kognitiven, interaktiven, sozialen und physischen Bereich. Ebenso wurden Lernfähigkeit und Selbstvertrauen der Teilnehmenden gestärkt. Die Veranstalter hoffen, dass die Ausstellung zudem als Instrument zur Kompetenzsteigerung im Bereich der Arbeit mit jungen Erwachsenen im Strafvollzug wahrgenommen wird, und letzteren so der Weg in Ausbildung und Arbeit erleichtert wird. Parallel zur Ausstellung wird vom Museum ein Buch zusammengestellt (Erscheinungszeitpunkt 2016-17), in dem die beim Projekt verwendeten Methoden erklärt werden und das neben der Sammlung der Geschichten von Strafgefangenen auch Schilderungen von Mitarbeitenden der Strafvollzugsanstalten enthält. Das Buch erscheint in schwedischer Sprache.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN


Inspire-Adult Programme

PÄDAGOGISCHE, THERAPEUTISCHE UND IM FREIZEITBEREICH ANGESIEDELTE DIENSTLEISTUNGEN FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN, MALTA

ÜBER DAS PROJEKT

„Inspire“ ist davon überzeugt, dass alle Menschen ein Recht auf Gleichstellung und Integration haben. Folglich hat sich das Projekt dem Auftrag verschrieben, Menschen mit Behinderungen bei der Erreichung dieser beiden Ziele zu unterstützen und bietet Einzelpersonen und deren Angehörigen pädagogische, therapeutische und im Freizeitbereich angesiedelte Dienstleistungen – und dies alles bei ein und derselben Anlaufstelle.

Mit gemeinschaftlichem Engagement und der Schulung von Fähigkeiten zur Förderung von Selbständigkeit möchte das Programm die Chancen auf Integration und die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen verbessern. Zu diesem Zweck werden den Vertreter*Innen der Zielgruppe altersgerechte psychologische, gesellschaftliche und im Freizeitbereich angesiedelte kompetenzstärkende Aktivitäten direkt in deren Zuhause angeboten.

Inspire ist ein fortlaufendes Trainingsprogramm zur Verbesserung der eigenständigen Lebensführung der Zielgruppe, in dessen Rahmen auch Qualifizierungsangebote und Berufsberatung stattfinden. Somit fördert Inspire genau diejenigen Fähigkeiten, die immer relevant sind. Durch die Teilnahme an den Qualifizierungsangeboten und die dort vermittelten beruflichen Kenntnisse verbessern Menschen, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt sonst schwer fällt, ihre Chancen auf gesellschaftliche und berufliche Integration. Des Weiteren tritt Inspire stellvertretend als strategischer Ansprechpartner für Arbeitgeber* Innen, Familien und andere gesellschaftliche Akteur*Innen auf und verbessert auch die Lebensqualität der Teilnehmenden am Arbeitsplatz.

Die Kund*innen nehmen zunächst an allgemeinen Kursen zur Kompetenzerweiterung und Karriereplanung teil und erhalten Hilfestellung bei der richtigen Berufswahl.

Darüber hinaus setzt sich Inspire für Integration ein, versorgt die breite Öffentlichkeit mit Bildung, erhöht das Bewusstsein für andere sich in ähnlichen Situationen befindliche Menschen und verfügt über die größte Datenbank zum Thema Behinderung in Malta.

UMSETZUNG/ÜBERTRAGBARKEIT

Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei diesem Projekt in seinem ganzheitlichen Charakter. Zur Übertragung an andere Orte ist es erforderlich, dass auch dort alle Arten von Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung in unmittelbarer Nähe zueinander verfügbar sind. Andererseits stehen bei der Gründung eines solchen Projekts die Chancen auf die Bewilligung öffentlicher Fördermittel für an Menschen mit Behinderungen gerichtete Dienstleistungen gut. Inspire wird zu 50% über Förderverträge mit der öffentlichen Verwaltung und andere Dienstleistungsabkommen und zu 34% über Fundraising und Spenden (und kommerzielle Aktivitäten) finanziert. Die restlichen 16% stammen aus anderen Quellen, wie zum Beispiel EU-Fonds und Gebühren. Ein ähnlicher Finanzierungsmix würde wohl auch bei Gründung des Projekts an anderen Orten benötigt.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Der im Rahmen von Inspire verfolgte ganzheitliche Ansatz eröffnet den Kund*Innen viele Entwicklungsmöglichkeiten, indem die Förderung von Lebenskompetenzen und des individuellen Wohlbefindens mit Bildungsabschlüssen und beruflicher Beschäftigung kombiniert wird.

Die Inspire-Stiftung entstand durch die Fusion der Eden-Stiftung und Razzett Tal-Hbiberija – zweier führender Wohlfahrtseinrichtungen auf dem Gebiet der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. Beide Einrichtungen übertrugen ihre Mittel, Ressourcen und Mitarbeitenden in die neue Stiftung, bei der nun alle Dienstleistungen unter einem Dach angeboten werden. Auf diese Weise werden Überschneidungen vermieden und aufgrund des ganzheitlichen und personenorientierten Ansatzes die Qualität der Dienstleistungen verbessert. Ebenso werden Kosten gespart, was zu mehr Nachhaltigkeit und Mehrwert führt.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN


Ability not Disability in workplace

BERATUNG FÜR UNTERNEHMEN BEI DER ANSTELLUNG VON MENSCHEN MIT BESONDEREM FÖRDERBEDARF LETTLAND

ÜBER DAS PROJEKT

Das Projekt „Ability not Disability in workplace (AnDiW)“ ist ein Beitrag zur Entwicklung auf einem sehr wichtigem Gebiet – der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Die Ziele des Projekts betreffen dabei nicht nur die Förderung von Beschäftigung und den Kampf gegen gesellschaftliche Ausgrenzung, d.h. die praktische Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, sondern außerdem ein weiteres großes in diesem Zusammenhang relevantes Beschäftigungshemmnis: die unter Arbeitgeber*Innen herrschenden Auffassungen bezüglich der Arbeitsfähig- oder -unfähigkeit von Menschen mit Behinderungen, ihren Mangel an Erfahrungswerten, Informationen und Motivation im Bereich der Beschäftigung dieser Zielgruppe und die weit verbreitete Ansicht: „Warum soll ich jemanden mit Behinderungen einstellen wenn ich auch eine „gesunde“ Person kann?“ Das Projekt wurde von fünf Einrichtungen in Deutschland, Italien, Lettland und Litauen durchgeführt und setzt die Arbeit des Leonardo-da-Vinci-Vorgängerprojekts „Ability not Disability in Employment“ (2003-2005, AnDE) fort, das für seine hohe Qualität ausgezeichnet und im Rahmen zweier weiterer Leonardo-da-Vinci-Innovationstransferprojekte („Increasing Employability of Disabled People“, 2008-2010) weiterentwickelt und nachbearbeitet wurde.

ZIELGRUPPE

Das Projekt ist an Menschen mit Behinderungen gerichtet.

ZIEL

Hauptziel des Projekts ist es, die Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Menschen mit Behinderungen zu bekämpfen und die Kompetenzen und Fähigkeiten von Arbeitgebern (Führungskräften und Ausbilder*Innen) in diesem Bereich mittels moderner und praktischer Fernbildungsangebote und methodischer Materialien zu fördern.

METHODE/ANSATZ

Der Fernbildungskurs richtet sich an die Unternehmen und Führungskräfte verschiedener Wirtschaftsbereiche sowie Studierende der Studiengänge Betriebswirtschaft und Personalwesen, die direkt oder indirekt am Prozess der Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen beteiligt sind.

UMSETZUNG/ÜBERTRAGBARKEIT

Das Projekt lässt sich ohne Schwierigkeiten auf andere Regionen/Länder übertragen und kann leicht von anderen Einrichtungen übernommen und als Innovationstransfer in neuen Projekten umgesetzt werden. Im Internet finden sich verschiedene Materialien des Projekts, wie zum Beispiel der Fernbildungskurs und dazugehörige Erläuterungen für Trainer*Innen. Alle Materialien sind auf Englisch, Deutsch, Italienisch, Lettisch und Litauisch verfügbar.

WAS IST DAS BESONDERE AN DIESEM PROJEKT?

Der Fernbildungskurs ist flexibel einsetzbar und richtet sich an Unternehmensmitarbeitende, Spezialist* Innen in nationalen und lokalen Behörden, die Medien und Personen, die im Bereich gesellschaftlicher Integration tätig sind. Die Projektmaterialien geben einen umfassenden Überblick über das Thema Beschäftigung und Integration am Arbeitsplatz von Menschen mit Behinderungen und beinhalten analytische Betrachtungen und die Ergebnisse von unter Führungskräften in Deutschland, Italien, Lettland, Litauen und anderen Ländern der EU durchgeführten Umfragen zum Thema Integration und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN


 

 

 

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